Das Kindernetzwerk Industrieviertel

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Inhaltsverzeichnis

Das Kindernetzwerks Industrieviertel

Abb.1: Projektplan

Das Kindernetzwerk Industrieviertel ist eine Basisinitiative von Menschen in helfenden Einrichtungen, die mit Mitteln des NÖGUS(Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfond) finanziell unterstützt wird und die wissenschaftliche Begleitung durch die Karl Landsteiner Gesellschaft erhält. Aus den sechs politischen Bezirken machten sich MitarbeiterInnen und ExpertInnen seit 2006 aus den drei großen Zuständigkeitsbereichen „Gesundheit – Jugendwohlfahrt – Bildung“ auf den spannenden Weg, sich interdisziplinär in ihrer Arbeit für Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten und ihre Familien zu vernetzen. Durch eine respektvolle am Kind orientierte interinstitutionelle Kommunikation ist eine gemeinsame Problemdefinition, eine bessere Abstimmung von Maßnahmen und eine effektive Kooperation möglich. Durch gemeinsames Übernehmen - statt Abschieben - von Verantwortung soll für jedes Kind die bestmögliche Lösung gefunden werden, die ihm verbesserte Lebensperspektiven ermöglicht. Das Projekt besteht aus fünf ineinander verzahnten Modulen, die teilweise auch parallel ablaufen, wobei das 1. Modul, nämlich die Errichtung des Netzwerks, im Jänner 2012 erfolgreich abgeschlossen wurde. Das Netzwerk entwickelt sich „bottom up“ und wird dabei von einem 6-köpfigen Projektteam begleitet.

Zur inneren Organisation waren eine gemeinsame Zielorientierung und die Einrichtung einer Plattform zum Austausch zwischen den Bezirks-Netzwerken wichtig.

Die Website (www.kindernetzwerk.at) wurde als zentrales Informations- und Austauschforum errichtet. Jährlich finden Netzwerktagungen statt, die sich einem speziellen Thema widmen und aus denen sich kindbezogene Teilprojekte entwickelten, die im Laufe des Jahres die ihnen gestellten Fragestellungen bearbeiten. Parallel zu unser Vernetzungsarbeit findet eine Evaluierung des Netzwerks statt.

Die Entwicklung des Kindernetzwerks Industrieviertel

2007

Abb.2: Krisenmanual

Die Entwicklung des Kindernetzwerks Industrieviertel begann 2007 mit der Tagung „Krisen verbinden“. Diese Tagung war eine Kooperation zwischen der neu gegründeten Abteilung für Kinder und Jugendpsychiatrie in der Hinterbrühl, des damals auch noch recht jungen Krisenzentrums in Wr. Neustadt und der Abteilung Jugendwohlfahrt. Es fanden sich viele TeilnehmerInnen aus der Region ein, die an dem Thema und an einer Kooperation miteinander interessiert waren.

Im Rahmen der Tagung entstand der Wunsch gemeinsamen Definitionen von unterschiedlichen Krisensituationen zu entwickeln und verbindliche Absprachen miteinander zu treffen, um die Zuständigkeiten der unterschiedlichen Institutionen zu klären und damit den Umgang mit Krisen zu erleichtern.

Im folgenden Jahr schrieb eine Arbeitsgruppe das Krisenmanual, welches seither unsere Arbeit erleichtert.

2008

2008 fand die Tagung „Kooperation stärken, Netzwerke bauen“ statt. Bei dieser Tagung konnte das Krisenmanual präsentiert werden, dies war ein erster großer Erfolg unserer Vernetzung. Inhaltlich stand die Entwicklung der Bezirksnetzwerke im Zentrum. Die Vernetzungstreffen in den verschieden Bezirken des Industrieviertels waren sehr unterschiedlich bezogen auf Inhalt, Häufigkeit und Organisation. Es wurde das Bezirksnetzwerk Wr. Neustadt, das auf seine langjährige Tradition Stolz sein konnte, von Hr. DSA Zimmel vorgestellt. Während der Tagung wurden Arbeitskreise angeboten, in denen die einzelnen Bezirke die Möglichkeiten und die Vorstellungen von Kooperation und Vernetzung miteinander diskutierten.

Abb. 2: Netzwerkpartner

2009 - 2010

Die Tagung 2009 fand mit dem Thema „Vernetzung am Weg zur gemeinsamen Verantwortung“ statt. Die Entwicklung in den einzelnen Bezirksnetzwerken zeigte ein unterschiedliches Tempo auf und deshalb war es möglich voneinander zu lernen. Gleichzeitig stellte sich die Frage wie Kooperationen, die über die Bezirksgrenzen hinausgehen diskutiert und vorangetrieben werden können. Bei der Tagung beschäftigten sich fünf regionale und ein überregionaler Arbeitskreis mit folgenden Fragen:

  • Was brauchen wir voneinander im Bezirk?
  • Wie organisieren wir uns im Bezirk?
  • Benötigt es eine überregionale Plattform Vernetzung Industrieviertel?
  • Was wollen wir von dieser Plattform?

Die Ergebnisse dieser Tagung waren ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung der Bezirksnetzwerke und ein Startschuss für die Implementierung der Plattform Kindernetzwerk Industrieviertel.


Die Plattform wurde aus VertreterInnen der Bezirksnetzwerke und Beauftragte von großen regionalen Institutionen sowie VertreterInnen des Landes besetzt. Diese Gruppe fand sich vor die schwierige Frage gestellt, wie VertreterInnen unterschiedlicher Institutionen, die klare Aufträge und Verantwortungen haben, zusammenarbeiten können und zu einer gemeinsamen Sprache finden. Dies ist wie in jedem anderen Netzwerk nur mit klaren Zielformulierungen, die verständlich sind und denen alle Beteiligten folgen wollen, möglich. In diesem sehr anspruchsvollen und durchaus konfliktreichen Entwicklungsprozess wurde die Plattform von Frau Dr. Lilly Damm begleitet. Wir sind in diesem Entwicklungsprozess dem Modell der Zielpyramide gefolgt. Für unser Kindernetzwerk erarbeiteten wir in durchaus heftiger Diskussion, die beinahe ein Jahr dauerte unser Leitziel, in dem wir formulierten für wen dieses Netzwerk sein und was damit erreicht werden soll.


Abb.3: Zielpyramide

Leitziel

'Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten finden im interdisziplinären Netzwerk Industrieviertel ein verantwortungsvolles Gegenüber, das durch individuelle bestmögliche Hilfe verbesserte Lebensperspektiven eröffnet.'

Zur Realisierung dieses Leitziels wurden folgende Mittlerweile formuliert:


Mittlerziele

  • Die Eltern werden partnerschaftlich eingebunden, was die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen verbessert.
  • Die Lebensperspektiven von Kindern werden durch passgenaue Hilfe betreffend die Bereiche körperliche und psychische Gesundheit, materielle Sicherheit, Erziehung und Bildung, sowie soziale Ressourcen, verbessert.
  • Das Bezirksnetzwerk bietet professionellen HelferInnen eine Plattform zum Austausch von Informationen (über Ressourcen, Bedarfe, Strömungen) und erfahren gegenseitige Unterstützung und persönliche Begegnung.
  • In der Plattform Industrieviertel (IV) haben die BezirkskoordinatorInnen und die im IV tätigen Institutionen und Entscheidungsträgern eine Plattform zum regelmäßigen Austausch über Prozesse und Ressourcen zur gegenseitigen Unterstützung und zur Formulierung von Bedarfen, Anliegen und Lösungsvorschlägen.
  • Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten werden rechtzeitig identifiziert und finden adäquate Hilfe durch kompetente Ansprechpartner.
  • Kinder und Jugendliche werden durch professionelle Öffentlichkeitsarbeit geschützt und gestärkt.

Die Arbeit im Kindernetzwerk nahm die Landesregierung immer mehr wahrund wir stellten am 2. Juni 2010 ein Projektantrag an den NÖGUS. Diesem Antrag wurde stattgegeben und wir erhielten dadurch eine Anerkennung unseres Projekts durch das Land und finanzielle Mitteln, um dieses Vorhaben umzusetzen. Die Projektplanung und Verwaltung der Finanzmitteln erfolgt durch das Institut für Psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Kindheitsforschung der Karl Landsteiner Gesellschaft.

2011

Abb.4: Zielpyramide Kindernetzwerk


Die Tagung im Jänner 2011 „Unser Netzwerk knüpfen“ hatte das Ziel, aus den Mittlerzielen Handlungsziele, die in Arbeitsgruppen umgesetzt werden, zu entwickeln. Als Handlungsziele wurden entwickelt:

  • Kindbezogene Handlungsziele
    • Zwischen den Sesseln (Hochrisiko Kinder)
    • Vernetzung einer Modellschule mit psychosozialen Einrichtungen
    • Jugendliche ohne Hoffnung
  • Netzwerkbezogen Handlungsziele
    • Bezirksnetzwerksentwicklung
    • Plattform Rahmenbedingungen
    • Homepage

Mit diesen bei der Tagung entwickelten Handlungszielen fand die Zielpyramide des Kindernetzwerks eine Basis.


Die netzwerkbezogenen Arbeitsgruppen leisten ihre Arbeit während des Jahres. Es gibt stabile Bezirksnetzwerk-KoordinatorInnen, die Plattform hat fixe Mitglieder und eine Rahmenvereinbarung. Mit der Klärung der Ziele unseres Netzwerks und dem Festlegen auf die Rahmenvereinbarungen ist auch die Organisationsstruktur, die wir im Laufe unserer Arbeit als Netzwerk entwickelt haben deutlich geworden.


Abb.5: Organigramm Netzwerk


Unsere Homepage www.kindernetzwerk.at ist seit September 2011 online.

Damit konnten wir die Ziele, die wir uns, bezogen auf die Weiterentwicklung unserer Netzwerkstrukturen gesetzt haben erreichen. Im Dezember legten wir den Endbericht über den strukturellen Aufbau den NÖGUS vor und veröffentlichten diesen auf unserer Homepage. Es gelang uns damit gemeinsam innerhalb von fünf Jahren ein Netzwerk mit einer Struktur von Bezirksnetzwerktreffen, Plattform-, Teilprojekten und jährlichen Tagungen zu entwickeln, die von einem Projektteam begleitet werden. In diesem Rahmen wurde es möglich uns besser kennen zu lernen, die Kooperation in der Arbeit für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern und diese Tätigkeiten auch gemeinsam zu reflektieren.

Die kindbezogenen Arbeitsgruppen (Teilprojekte) waren im Lauf des Jahres ebenfalls sehr produktiv und wir können auf die Ergebnisse, die uns in den Referaten berichtet werden sehr gespannt sein.

In den Arbeitskreisen werden Themen aufgegriffen, die in den Bezirksnetzwerktreffen, der Plattform und in den stattgefundenen Teilprojekten als wichtige Themen angesprochen wurden. Die Ergebnisse der Arbeitskreise sind die Grundlage für die Teilprojekte des nächsten Jahres.

Wie jedes Jahr gilt unser Dank Frau DSA Brigitte Winter, die für uns diese Tagung organisierte.

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